Wenn ich Inhaber kleinerer Betriebe frage, wie viel Stillstand eine Maschine gestern hatte und warum, lautet die Antwort meist „da müsste ich den Meister fragen“ oder „das steht irgendwo in der Tabelle“. Die Daten gibt es, aber sie kommen spät, sind verstreut und niemand traut ihnen. Dieser Ratgeber beschreibt, wie Sie zuverlässige Produktionsdaten bekommen, ohne ein großes ERP-System einzuführen.
Kurze Antwort
Klein anfangen: Aufträge, Mengen, Stillstände und Ausschuss werden auf einem Tablet in der Halle erfasst, sobald sie passieren. Eine einfache Web-App liefert darauf aufbauend Übersichten nach Schicht und Maschine sowie automatische Berichte. Das ist schneller und günstiger als ein ERP und liefert die Daten, mit denen Sie später das richtige ERP auswählen.
Warum Excel irgendwann nicht mehr reicht
- Daten werden am Schichtende aus dem Gedächtnis eingetragen, nicht, wenn etwas passiert.
- Mehrere Versionen derselben Tabelle kreisen per E-Mail.
- Eine falsch kopierte Formel verändert den Bericht, und niemand merkt es.
- Der Bericht für die Geschäftsführung wird von Hand erstellt und kommt Tage später.
Ist der Bericht Ihr Hauptproblem, kann der erste Schritt die Automatisierung bestehender Tabellen sein — ein Beispiel steht im Ratgeber Excel-Berichte mit Python automatisieren. Liegt das Problem bei der Erfassung selbst, brauchen Sie eine App.
Was Sie zuerst erfassen sollten
| Daten | Erfassung | Ergebnis |
|---|---|---|
| Fertigungsauftrag | QR-Code auf dem Auftrag scannen | Status jedes Auftrags in Echtzeit |
| Produzierte Menge | Zahl eingeben oder automatisch vom Zähler | Plan und Ist je Schicht |
| Stillstand | „Stopp“-Taste und Grund aus einer Liste | Häufigste Stillstandsursachen je Maschine |
| Ausschuss | Menge und Grund | Verluste nach Produkt und Ursache |
| Mitarbeiter und Schicht | Anmeldung per Karte oder PIN | Schichtübersichten ohne Handaddition |
OEE: eine Kennzahl für die Effizienz
Mit Daten zu Laufzeit, Menge und Ausschuss lässt sich die OEE (Gesamtanlageneffektivität) berechnen: Verfügbarkeit × Leistung × Qualität. Die Verfügbarkeit zeigt, wie lange die Maschine von der geplanten Zeit lief, die Leistung, wie schnell sie im Vergleich zum Idealtakt lief, und die Qualität den Anteil guter Teile. Am nützlichsten ist die OEE für den Trend an derselben Maschine — wichtiger, als sich mit anderen zu vergleichen, ist, dass sie von Monat zu Monat steigt.
So sieht eine einfache App aus
- Ein Tablet oder Smartphone in der Halle mit wenigen großen Schaltflächen: Auftrag starten, Stopp, Stillstandsgrund, fertig, Ausschuss.
- Eine Übersicht für den Meister — welche Maschinen laufen, welche stehen und warum, Planerfüllung.
- Ein Bericht für die Geschäftsführung — täglich oder wöchentlich, automatisch per E-Mail.
- Excel-Export für alle, die Daten selbst auswerten möchten.
Eine solche App läuft im Browser, muss also auf keinem Gerät installiert werden, und die Daten liegen in einer Datenbank, auf die Sie Zugriff haben.
Einführung in vier Schritten
- Eine Linie oder Maschine — dort anfangen, wo das Problem am sichtbarsten ist.
- Eine Liste der Stillstandsgründe — mit den Meistern abstimmen, kurz und klar.
- Zwei bis vier Wochen Probebetrieb — beheben, was die Mitarbeiter stört.
- Ausweitung auf weitere Maschinen, sobald die Daten zuverlässig sind.
Wann Sie doch ein ERP brauchen
Ein ERP ist sinnvoll, wenn Einkauf, Lager, Produktion, Vertrieb und Buchhaltung in einem System zusammenkommen sollen und Sie Personal und Budget für die Einführung haben. Eine kleine App zur Produktionsverfolgung ersetzt kein ERP — sie ist ein schneller Weg zu Daten heute und zu einer klaren Vorstellung, was Sie später vom ERP brauchen.
Möchten Sie zuverlässige Produktionsdaten?
Ich baue eine einfache App für Aufträge, Stillstände und Ausschuss, zugeschnitten auf Ihren Betrieb, mit automatischen Berichten. Beschreiben Sie Ihre Produktion und wie Sie sie heute erfassen.
Engimotive · Veröffentlicht 28. Oktober 2026